Dein Herz dient dir. Dienst du auch deinem Herzen?

Diesen Satz habe ich vor ein paar Tagen gehört und er hat mich total bewegt. Diese Frage hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie wichtig es ist, seinem Herzen zu folgen.

Das Herz ist seit deiner Geburt für dich da und es schlägt für dich, jede einzelne Sekunde. Es hört nicht auf zu schlagen, solange wir leben. Es ist in guten und in schlechten Tagen bei dir und macht alles dafür, dass du lebst und dass du der Mensch bist, der du bist. Das ist eine Sache, für die wir wahnsinnig dankbar sein können, jeden einzelnen Tag.

Was tust du, um dein Herz zu erfüllen?

Wenn der Fuß mal versagt oder die Hand, dann können wir das kompensieren, das Herz jedoch ist essentiell. Für mich schließt sich deshalb gleich die Frage an:

Wenn dein Herz dir so uneingeschränkt dient, dienst du auch deinem Herzen? Tust du alles, was in deiner Macht steht, um dein Herz zu erfüllen? Tust du das, was dich erfüllt? Was dein Herz zum springen, hüpfen und zum jubeln bringt?

Als ich diesen Satz gehört habe, kam mir der Gedanke: Das sind wir unserem Herzen doch schuldig! Es tut unser ganzes Leben lang JEDE EINZELNE SEKUNDE etwas für uns. Was können wir dem Herzen denn zurück geben? Was können wir tun, dass dieses Herz sich täglich freut? Es ist nicht umsonst unser Sitz der Emotionen, das Herz reagiert sofort auf alles, was wir tun. Wenn wir etwas machen, was uns Freude bereitet, dann schlägt das Herz anders, als wenn wir etwas tun, was uns keine Freude bereitet. Wenn wir Angst haben oder unter Stress geraten, dann schlägt das Herz deutlich schneller, es kommt vielleicht aus dem Takt. Und das alles unmittelbar, binnen weniger Millisekunden.

Mein Herz hüpft vor Freude

Es gibt diesen Spruch: „Mein Herz hüpft vor Freude“. Das kennen wir alle. Wenn wir etwas tun, was uns wirklich erfüllt, dann hüpft das Herz und wir fühlen uns unendlich gut. Deswegen die Frage: Dienst du deinem Herzen? Was tust du, damit dein Herz vor Freude hüpft?

Für mich ist das eine wahnsinnig tolle und inspirierende Erfahrung in meinem Leben gewesen, wirklich meinem Herzen zu folgen. Das ist auch so ein Spruch, den jeder kennt und sagt: „Folge deinem Herzen.“ Ja, und was bedeutet das eigentlich? Das zu tun, wo dein ganzer Körper, dein ganzes Sein sagt: „JA, das ist richtig. Das hier möchte ich tun. Das fühlt sich gut an. Hier hüpft mein Herz.“

Ich persönlich habe das für mich gefunden mit diesen Texten, die ich schreibe, den Seminaren die ich gebe, die Inspiration, die ich an andere weitergeben kann. Immer dann, wenn ich mich mit dem Thema Glück beschäftige, bin ich glücklich. Das weiß ich jetzt.

Das war nicht immer so

Ich habe mein Herz lange Zeit total vernachlässigt und möchte gerne ein bisschen darüber erzählen, vielleicht inspiriert es den ein oder anderen. Ich habe mein Leben nicht immer so gelebt, wie ich es jetzt gerade lebe.

Ich war sehr erfolgreiche Fernsehjournalistin bei RTL in Köln und stand permanent unter wahnsinnigem Stress. Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, dachte ich. Doch irgendwas war komisch. In der Zeit hat mir mein Herz gezeigt, und das ist mir jetzt erst bewusst geworden, dass das falsch ist. Und nicht nur dadurch, dass ich das Gefühl hatte, es fühlt sich nicht richtig an, sondern es war wirklich körperlich! Ich habe damals in der Nachtschicht gearbeitet und hatte Bluthochdruck. Mit 25.

Ich erinnere mich an diesen einen Tag. Ich kam von der Nachtschicht 2:00 Uhr bis 11:00 morgens und saß am Nachmittag auf der Couch und ich konnte meine Hände nicht mehr kontrollieren, so sehr haben sie gezittert. Mein Herz ist mir buchstäblich in den Hals gesprungen, allerdings nicht vor Freude. Ich hatte einen wahnsinnig schnellen Herzschlag, den ich fühlen und sogar richtig hören konnte. In dem Moment bekam ich es echt mit der Angst zu tun. Ich trinke keinerlei Koffein, rauche nicht und als ich da so saß, wusste ich: Irgendwas läuft hier gerade gewaltig schief.

So kann es nicht weitergehen

Mir wurde jetzt durch diesen Satz bewusst, dass ich meinem Herzen damals überhaupt nicht gedient habe und mein Herz mir gesagt hat: „Das hier ist nicht richtig, lass das sein, das tut dir nicht gut.“ Es hat mir körperlich einfach nicht gutgetan, maßgeblich wegen der wahnwitzigen Zeiten der Schichtarbeit und mein Herz hat mir damals einfach eine Rückmeldung gegeben.

Ich bin damals zum Arzt gegangen, der sagte: „Gehen Sie spazieren oder machen Sie Yoga, aber das sind alles nur Symptombekämpfungen. Finden Sie die Ursache, was stresst Sie?“ Ich wusste sofort, was mich stresst, der Job! Und das nicht nur wegen der Uhrzeiten, sondern wegen des täglichen Termindrucks beim tagesaktuellen Fernsehen. Dem täglichen Gefühl, einen Kampf auszutragen und mich beweisen zu müssen. Ich habe dann entschieden, dass ich meinen Job dort beende. Ich brauchte diese krasse Erfahrung, dass mein Körper nicht mehr mitgespielt hat und das kennen sicher viele. Der Körper gibt uns andauernd Signale, das ist nicht gut, lass es sein.

Mir hat es wahnsinnige Angst gemacht, den Job zu kündigen. Ich war danach tatsächlich arbeitslos und es war überhaupt kein gutes Gefühl zum Amt zu gehen und nach Geld zu fragen. Das fühlte sich auf deutsch gesagt beschissen an, aber irgendwo tief in mir wusste ich, das ist jetzt der Weg den ich gehen muss und das geht vorbei. Das ist der Weg um wieder zu mir zu finden und zu meiner Mitte.

Doch was nun?

Ich habe das große Ganze damals immer noch ignoriert und mir kurz darauf einen ähnlichen Job gesucht beim NDR. Und auch da hat mein Körper mir schnell wieder Signale gegeben. Denn mit dem Tag, an dem ich beim NDR angefangen habe, habe ich eine Fruktoseunverträglichkeit bekommen. Das bedeutet, ich habe keinen Fruchtzucker mehr vertragen und auch keinen Industriezucker mehr. Es dauerte natürlich einige Wochen und Monate, bis ich überhaupt feststellte, was ich habe und es dann auch vom Arzt diagnostiziert wurde. Und auch hier ist es so spannend und ich habe das erst im Nachhinein verstanden: Mein Körper hat etwas nicht „vertragen“.

Ich habe damals natürlich klassisch die Symptome bekämpft, beziehungsweise einfach meine Ernährung angepasst, anstatt an die eigentliche Ursache zu gehen. Die Erfahrung war lehrreich und wertvoll zu der Zeit. Das Lustige ist, als ich beim NDR aufgehört habe, weil ich in Elternzeit gegangen bin, hörte die Fruktoseintoleranz auf. Ich habe das damals der Schwangerschaft zugeschrieben, habe das natürlich recherchiert und durch die Hormonumstellung kann das wohl auch häufiger passieren.

Nach der Schwangerschaft ist das nie wieder zurück gekommen. Weil ich nach der Schwangerschaft meinem Herzen gefolgt bin und auch meinem Herzen gedient habe. Seitdem bin ich komplett gesund. Ich habe keine Fruktoseunverträglichkeit mehr und hatte nie wieder Bluthochdruck. Ich habe das Gefühl, meinem ganzen Körper geht es besser, es ist einfach alles eine Einheit.

Ich gebe meinem Herzen das zurück, was mein Herz mir jeden Tag gibt, nämlich Freude und Liebe.

Das ist kein einfacher Weg. Auch für mich war er das nicht, weil ich mit der Entscheidung, nicht mehr als Fernsehjournalistin zu arbeiten, erstmal mit erheblichen finanziellen Einbußen klarkommen musste. Trotzdem habe ich eine ganz tiefe innere Überzeugung und einen inneren Antrieb, ich weiß, dass das was ich hier tue für mich richtig ist. Das ist das, was ich meinem Herzen zurückgeben kann, was mein Herz höher schlagen lässt. Was mein Herz glücklich macht und was mich erfüllt.

Es ist so krass für mich gewesen diesen Satz zu hören, weil er mir rückblickend noch einmal so die Augen geöffnet hat: „Dein Herz dient dir. Dienst du auch deinem Herzen?“

Ich kann jetzt mit voller Überzeugung sagen, ja das tue ich und ich möchte jeden Menschen dazu anhalten, das auch zu tun. Auch wenn das Konsequenzen hat, auch wenn das vielleicht kurzfristig negative Konsequenzen hat, weil du nicht weißt, wie es weitergehen soll oder du etwas Grundlegendes verändern musst. Wenn es sich langfristig gut anfühlt, wenn dein Herz sagt: „mach es“ dann mach es!

Du wirst dadurch etwas in deinem Herzen verändern. Unser Herz kommuniziert jeden Tag mit uns. Achte doch einfach mal darauf, wie sich dein Herz verändert bei bestimmten Sachen. Wann schlägt es schneller, wann schlägt es langsamer? Wann regt es sich auf und schlägt aus dem Takt? Wann hast du Herzrasen? Was möchte dein Herz dir sagen? Dann fang an, darauf zu  hören und darauf zu vertrauen, denn dein Herz hält dich am Leben. Es weiß, was es tut.

Die entscheidende Frage am Ende des Lebens ist: Möchtest du 80 Jahre geatmet haben oder 80 Jahre gelebt?

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