Hoffentlich steh ich nicht im Stau – Wie Gedanken unsere Welt erschaffen

„Hoffentlich steh ich nicht im Stau“

„Ich hoffe nicht, dass meine Kollegin wieder so nörgelig ist wie gestern“

„Ich darf mich nicht immer so abhetzen“

Diese Sätze und viele dieser Art gehörten bei mir früher zum täglichen Gedankengut. Wie bei so vielen. Wir denken sie ständig, weil wir uns fortwährend quasi selber innerlich bequatschen.

Die drei Sätze haben etwas gemeinsam: Sie sind gut gemeint, denn die Absichten dahinter sind positiv.

Trotzdem sind Sätze diese Art absoluter Bullshit!

Denn sie fokussieren sich auf das Negative, auf genau das, was wir nicht wollen. Wer will schon Stau, blöde Kollegen oder Stress? Eben, keiner! Warum aber sprechen wir dann darüber und denken daran?

Die Lösung ist ganz einfach und kommt wie immer aus der Steinzeit!

Wir Menschen geben dem Negativen mehr Bedeutung als dem Positiven. Das kann man ganz einfach mit der Gehirnforschung erklären. Um es mit den Worten des Mediziners und Psychologen Manfred Spitzer zu sagen: Wenn der Säbelzahntiger von rechts kommt und die leckeren Blaubeeren links, dann muss der Mensch immer nach rechts gucken und auf die Bedrohung reagieren. Tut er das einmal nicht, ist er nämlich weg und dann nicht mehr der Mensch, von dem wir heute abstammen. Lässt er die Blaubeeren aber im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, dann stirbt er davon nicht. Er verpasst vielleicht ein paar leckere Beeren, aber das ist nicht weiter dramatisch.

So ist das auch heute noch, wir sind so programmiert, dass wir negativen Erlebnissen viel mehr Bedeutung zumessen als positiven. Wann hast du dich das letzte Mal so richtig über deinen Partner geärgert? Oder über Kollegen? Und wann das letzte mal gefreut? Meist bleiben uns die negativen Erlebnisse mehr und detaillierter im Gedächtnis. Als Steinzeitmensch mussten wir schließlich auch daraus lernen, sonst kommt der Säbelzahntiger immer von der gleichen Ecke und wir fallen jedesmal drauf rein.

Hat also alles seinen Sinn. Bedeutet für uns nur, wir dürfen umdenken und vor allem umformulieren. Denn Gedanken werden zu Worten. Und Worte werden zu Taten.

Wenn du den ganzen Weg zur Arbeit denkst „hoffentlich gibt‘s keinen Stau“, dann ist der Gedanke an Stau natürlich vorherrschend in deinem Kopf. Wahrscheinlich hast du in der Vergangenheit auch schon häufig Stau erlebt, vielleicht sogar genau zu der Uhrzeit und auf der Strecke. Dann kommt zu den Gedanken auch noch ein sehr intensives Gefühl, weil du den Stau erwartest. Du bist also auf Stau „programmiert“ könnte man sagen.

Stell dir vor, dein Gehirn ist in Unterbewusstsein und Bewusstsein geteilt. Deine unbewussten Gedanken steuern dein unbewusstes Verhalten. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass wir ca. 50.000 Gedanken am Tag haben und nur ein Bruchteil davon bewusst von uns gedacht wird. Wenn du jetzt also, um bei unserem Beispiel mit dem Stau zu bleiben, auf ein negatives Erlebnis programmiert bist, dein Unterbewusstsein Stau erwartet, dann wird dein unbewusstes Verhalten dazu führen, dass du den Stau auch erlebst. Wenn du das häufig und intensiv denkst und dich jedes Mal noch gehörig über den Stau aufregst, wirst du immer mehr Stau und Ärger darüber erleben.

Du kannst dieses Dilemma nur lösen, indem du bewusst positiv denkst und fühlst.

Das Gehirn kennt keine Verneinung. Versuch mal, nicht an einen Stau zu denken. Welche Bilder hast du da im Kopf?

Du darfst also anfangen, an das zu denken, was du willst. Ohne Verneinung, formulier im Geiste genau, was du willst!

Zum Beispiel „Ich freue mich, dass ich heute so freie Straßen habe“

„Ich bringe meine Kollegin heute zum Lachen“

„Ich bin heute entspannt und gelassen“

Diese bewussten Gedanken führen zu positiven Gefühlen. Dein Unterbewusstsein wird dafür sorgen, dass dein unbewusstes Verhalten deinen positiven Gefühlen entspricht und die Straßen werden frei sein. Und keine Sorge, wenn sich das zu Beginn komisch anfühlt. Das hat es bei mir auch. Das Gehirn und das Unterbewusstsein wurden nun schließlich jahrelang auf das Gegenteil programmiert, da kann es schon eine Weile dauern, bis sich solche neuen Gedanken gut anfühlen. Doch ich verspreche, es wirkt. Und das führt zu einer völlig neuen, viel schöneren Realität.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten

Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Taten

Achte auf deine Taten, denn sie bilden deinen Charakter

Achte auf deinen Charakter, denn er bestimmt dein Leben

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